Eine eigene Unternehmensschrift – nur was für Konzerne!?

Viele von Ihnen haben spezielle Unternehmensschriften, sogenannte „Corporate Fonts“, schon einmal gesehen. Denken Sie beispielsweise an Mercedes. Die Serifenschrift aus den Anzeigen kennt so gut wie jeder. Aber ob diese Schriften wirklich nur etwas für große Konzerne sind und welche Alternativen es gibt, schauen wir uns nun einmal an.

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Eine eigene Unternehmensschrift – nur was für Konzerne!?

Mal ehrlich, wer von Ihnen hat sich bis jetzt schon einmal Gedanken um die Schrift Ihres Unternehmens gemacht? Wahrscheinlich die wenigstens. Im Regelfall wird eine vorinstallierte Schrift verwendet, manchmal sogar wild gemischt. In der Breite wird aber oftmals die Arial, Helvetica oder Times New Roman verwendet.

Eben nicht nur was für Konzerne!

Sofern Sie bei einer Schrift bleiben, wurde der erste Schritt zur Unterstützung eines nachhaltigen und einheitlichen Markenauftrittes schon einmal getan. So weit, so gut. Doch nutzen hunderte, wenn nicht gar tausende andere Unternehmen die gleiche Schrift. Wahrscheinlich sogar ein Unternehmen aus der gleichen Branche oder gar aus der direkten Konkurrenz. Abgrenzung zum Wettbewerb – Fehlanzeige. Bleibt die Schrift, bewusst oder unterbewusst, bei Ihren Kunden hängen – nicht wirklich! Und genau das sind die beiden Hauptgründe, warum eine Unternehmensschrift nicht nur etwas für Konzerne und große Unternehmen ist.

Beispiele von bekannten Unternehmensschriften.
Beispiele von bekannten Unternehmensschriften.
Beispiele von bekannten Unternehmensschriften.
‍Beispiele von bekannten Unternehmensschriften.

Ein paar Gedanken lohnen sich also allemal, vor allem wenn Sie ein professionelles Corporate Design etablieren wollen, und nicht nur bei Ihren Dienstleistungen und Produkten glänzen möchten. Zudem gibt es auch durchaus Fallstricke, da auch Schriften Lizenzen unterliegen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Ihre Schrift wirklich nutzen dürfen, so ist das ein weiterer Grund, sich mit der Schrift Ihres Unternehmens auseinanderzusetzen.

» Abgrenzung zum Wettbewerb – Fehlanzeige. «

Also, welche Möglichkeiten gibt es denn nun? Die gute Nachricht: Mehrere. Von umsonst bis zur Premium-Deluxe-Lösung. Aber fangen wir unten an und arbeiten uns nach oben hoch:

Erste Möglichkeit: Kommerziell frei nutzbare Schriften

Kommerziell frei nutzbare Schriften sind auf sogenannten „freien Schriftenbörsen“ im Internet zu finden und kommerziell, also für Ihr Unternehmen, nutzbar. Die Schriften wurden in der Regel von Profis entwickelt und haben eine gute Qualität. Das „kommerziell nutzbar“ ist lizenzrechtlich sehr wichtig, da die Schrift ja für Ihr Unternehmen eingesetzt wird und Sie diese nicht als Privatmann nutzen. Das Gute an den kommerziell frei nutzbaren Schriften: Frei heißt in diesem Fall kostenlos. Sie müssen keine Lizenzgebühren entrichten. Klasse, nicht wahr!? Eine sehr gute Schriftenbörse ist übrigens www.fontsquirrel.com.

Zweite Möglichkeit: Lizenzierte Schriften

Da die Schriften frei nutzbar sind, ist die Gefahr natürlich da, dass andere Unternehmen oder Ihre direkte oder indirekte Konkurrenz diese Schrift ebenfalls nutzen könnte. Zugegeben, das Risiko ist deutlich geringer als bei Arial & Co., aber dennoch vorhanden. Und möglicherweise finden Sie einfach nicht die passende Schrift. In dem Fall haben Sie die Möglichkeit, bei „kommerziellen Schriftenbörsen“ wie www.linotype.com zu schauen. Hier finden Sie eine breite Auswahl an Schriften, die zudem meistens erweiterte Open Type-Funktionen bieten, was Ihren Grafikdesigner freuen wird. Einziger Wermutstropfen – die Schriften sind lizenzpflichtig und Sie müssen für die Nutzung zahlen. Dies geht je nach Verwendung und Anzahl und fängt bei ca. 25 € an. Hat man beispielsweise 50 Mitarbeiter und eine Schrift mit drei Schriftschnitten (beispielsweise Kursiv, Fett und Fett Kursiv), so ist man schnell mehrere Tausend Euro los.

Dritte Möglichkeit: Eigene Schrift beim Grafikdesigner beauftragen

Mittlerweile gibt es im Internet professionelle Online-Tools, die es Grafikdesignern ermöglichen, relativ leicht, und damit kostengünstig, eigene Schriften zu entwickeln. Je nach Anforderungen und Anbieter fängt dies im oberen dreistelligen Bereich an. Der Vorteil für Sie: Hier haben Sie absolute Freiheit. Sie können einen einzigartigen Markenauftritt kreieren lassen und hey, Sie haben eine eigene, einzigartige Schrift.

‍Eine an Kaffee angelehnte Schrift. Quelle: Prototypo / Lucas Murat
Eine an Kaffee angelehnte Schrift. Quelle: Prototypo / Lucas Murat

Stellen Sie sich vor, Sie sind Anbieter von Kaffeeautomaten und heißen „KaffeeWelt GmbH“. Wäre es nicht toll, wenn der Grafikdesigner eine Schrift für Sie entwickelt, die direkt Bezug auf Ihre Produkte nimmt. Beispielsweise erinnert das „o“ an eine Kaffeebohne, da die Punze (also der Innenraum des o) modifiziert wurde. Benannt wird die Schrift „KaffeeWelt Sans“ und nutzen dürfen nur Sie die Schrift. Mit Blick auf die Kosten der lizensierten Schriften ist das durchaus eine attraktive Alternative.

Vierte Möglichkeit: Eigene Schrift beim Schriftendesigner beauftragen

Am Anfang hatte ich von einer Premium-Deluxe-Lösung gesprochen. Tadaaaa – hier ist sie! All das, was oben angesprochen wurde, kann natürlich auch ein Schriftendesigner umsetzen. Hinzukommt, dass er ein absoluter Profi in seinem Bereich ist. Er holt das Maximum aus der Schrift heraus und optimiert Feinheiten und Kernings (Abstände zwischen Buchstabenkombinationen) bis in’s letzte Detail. Was herauskommt ist in der Regel nicht weniger, als eine typografische Meisterleistung. Aber dieser Aufwand kostet natürlich auch entsprechend. Fünfstellige Beträge sind hier keine Seltenheit.

Worauf sollten Sie sonst noch achten?

Bei allen genannten Lösungen sollten Sie natürlich darauf achten, dass die Schrift zu Ihrem Markenauftritt passt. Beim Grafikdesigner und Schriftendesigner ergibt sich das automatisch. Aber bei den freien und lizensierten Schriften sollten Sie darauf ein besonderes Augenmerk haben. Wenn Sie beispielsweise ein Tischler für exklusive Möbel der Premiumklasse sind, sollten Sie, überspitzt gesagt, tunlichst auf eine „Comic Sans“ verzichten. Auch sollte die Schrift als Webfont (also für Ihre Website) vorhanden sein und natürlich möglichst viele Sprachen unterstützen, vor allem wenn Sie international tätig sind oder tätig werden wollen.

Wenn Sie beispielsweise ein Tischler für exklusive Möbel der Premiumklasse sind, sollten Sie, überspitzt gesagt, tunlichst auf eine „Comic Sans“ verzichten.

Mein Fazit: Seien Sie mutig! Die Königsklasse, die eigens kreierte Schrift, ist nicht mehr den Titanen der Wirtschaft vorbehalten. Vor allem mit Blick auf die neuen Online-Tools können Ihnen Grafikdesigner zu moderaten Preisen ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Fragen Sie einfach einen Profi. Mit ihm werden Sie die für Sie beste Lösung finden!

Im nächsten Artikel befassen wir uns mit der Online-Präsenz Ihres Unternehmens und nehmen in „Warum eine Website – läuft doch auch so!?“ Ihre Website unter die Lupe.

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Wer schreibt hier überhaupt!?

Marc Hörnschemeyer

Marc Hörnschemeyer Freier Creative Director & Fotograf

Design ist meine Leidenschaft und ich lebe sie jeden Tag. Marke und Design sollte nicht nur den Großen vorbehalten sein. Den Mittelstand in Sachen Marke und Design voranbringen – das ist meine Mission! Fragen? Einfach Kontakt aufnehmen.

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